Kleine Bauprojekte aus Beton – Bastelstunde für den Heimwerker

Unser Haus ist inzwischen fertig. Die Zeit des auf der Baustelle rumwerkeln und sich handwerklich Auslebens ist vorbei. Schade eigentlich. Also was tut man, wenn man sich etwas langweilt, weil alles fertig zu sein scheint. Man sucht sich ein neues Projekt. Wie wäre es zum Beispiel mit Beton? Der Werkstoff scheint zur Zeit in aller Munde, sogar die hochseriöse und bisweilen eher nicht für ihre Affinität zum Handwerken bekannte FAZ hat in einem Artikel kürzlich Beton als angesagten Baustoff erkennt. Was auf der Baustelle eigentlich ein ganz gewöhnlicher Baustoff ist, mauserte sich nämlich innerhalb der letzten Jahre zu einem Trend im Innendesign. Jetzt sind es plötzlich nicht mehr nur die Gehwegplatten im Garten und das Fundament des Hauses, die aus dem unglamourösen Material bestehen. Es werden Bänke, Arbeitsplatten und sogar Badewannen aus Beton gegossen.

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Bildquelle: I-vista / pixelio.de

Ein Baustoff zum Experimentieren

Was als Baustoff so unkompliziert und vermeintlich kalt wirkt, erweißt sich als Material zum experimentieren. Beton als Werkstoff ist nicht ganz ohne, denn auf die richtige Zusammensetzung kommt es an. Erst durch die Zugabe von Wasser verbinden sich Zement und Zuschlag, also Kies und/oder Sand, zu dem festen, wasser- und hitzeresistenten Baustoff, den Architekten und Bauherrn derzeit lieben. Dabei ist das Mischverhältnis von Wasser und Beton ausschlaggebend für die Festigkeit und Verarbeitbarkeit. Das Mischverhältnis ist nicht immer das gleiche, es kommt darauf an, wie das steinhart werdende Material verarbeitet und genutzt werden soll. Zu viel Wasser sorgt bei der Aushärtung dafür, dass Poren und Risse entstehen. Bei zu wenig Wasser verbinden sich die Stoffe nicht richtig miteinander, die Belastbarkeit erreicht also nicht ihr Maximum. Als Faustregel gilt: ein halber Liter Wasser auf ein Kilogramm Zement. Beton setzt sich in der Regel aus 4 Teilen zuschlag und einem Teil Zement zusammen. Wer also den 30 Kilo-Sack Beton aus dem Baumarkt verarbeiten will, mischt das ganze mit drei Litern Wasser. Im Zweifelsfall richtet man sich aber einfach nach den Anweisungen auf der Verpackung.

Lampenschirm aus Beton – ungewöhnlich schön

Weil das Arbeiten mit Beton nicht immer ganz Kleckerfrei von statten geht, empfiehlt es sich, das Projekt im Garten durchzuführen. Es gibt die Verschiedensten DIY-Projekte für Beton. Wer selbst nicht der Kreativste ist, kann sich im Internet inspirieren lassen. Von Blumentöpfen über Kerzenständer bis hin zu Hockern ist alles möglich. Das vielleicht spannendste Projekt ist der Lampenschirm aus Beton, weil es so absurd scheint, etwas eigentlich so fragiles und lichtdurchlässiges aus dem kühlen und festen Zementstein herzustellen. Ausgangsbasis ist eine selbst gebaute Form bzw. Verschalung, in die der flüssige Beton gegossen wird und in welcher er ca. eine Woche lang aushärten kann. Große Wasserflaschen bieten sich dafür an. Die gibt es in jedem Supermarkt. Wichtig ist aber, dass man zwei unterschiedlich große Flaschen miteinander verschraubt. Der Form halber finde ich Flaschen von Mineralwasser für Lampenschirme am besten – die 1,5 Liter und die 0,5 Liter Wasserflasche um genau zu sein. Sie sind unterschiedlich groß, sind in ihrer Form dennoch gleich – lang gezogen, mit einer weichen Form und mit minimaler Prägung am Flaschenhals. Perfekt für das Selbermach-Projekt.

Wie genau die beiden Flaschen miteinander verbunden werden müssen, um Platz für Lampenfassung und Kabel zu haben, verrät das nachfolgende Video. Wer keine Zeit oder Möglichkeit hat, selber Lampenschirme zu basteln, kann auch fertige Pendelleuchten kaufen, die sehr ähnlich aussehen. Im Onlineshop von Lidl gibt es ein breites Angebot an Pendelleuchten (hier), die oft auch relativ preiswert sind.

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