Wandfliesen im Badezimmer verlegen- schnell, sicher und ästhetisch

Ein Artikel von den Handwerks-Experten von www.contorion.de.

Das harmonische Plätschern von Wasser, eine leise Melodie und ein Gläschen Wein- wer genießt nicht gerne eine Stunde der Ruhe und Entspannung bei einem warmen Bad?

Als Ort des Wohlfühlens und der persönlichen Hygiene ist das Badezimmer ein sehr wichtiges Zimmer, das sowohl funktional, als auch optisch ansprechend sein muss. Neben den Sanitäranlagen an sich spielen die Wände eine bedeutende Rolle, die diesem Zimmer sozusagen „ein Gesicht“ verleihen. Heute lässt sich eine Vielzahl an kreativen Gestaltungmöglichkeiten vorfinden: Ob Naturstein, Mosaik oder Designerfliesen- für jeden Geschmack ist das Richtige dabei.

Sie wollen Ihr Bad einfach auf den neusten Stand bringen oder bauen gar ein neues? Mit den folgenden Tipps gelingt Ihnen das sicher mühelos und schnell, damit das erste Entspannungsbad nicht lange auf sich warten lässt.

Untergrund vorbereiten

Besonders wichtig ist es, vor dem Anbringen der Fliesen den Untergrund zu prüfen und entsprechend vorzubereiten: Er muss sauber, trocken, eben und tragfähig sein. Kleine Risse und Unebenheiten können schnell verspachtelt werden. Vor dem Verfliesen muss der Untergrund außerdem mit einer tief wirkenden Sperrgrundierung behandelt werden. So haften die Fliesen besser, da der Kleber nicht vom Untergrund aufgesogen wird. Rund um die Dusche und Badewanne sollte man auf die Wände außerdem einen Abdichtanstrich auftragen. Neben dem Anstrich gibt es auch Abdichtklebebänder für die Ecken und Abdichtmanschetten für Rohrausgänge. Die Abdichtfolien werden auf den frischen Anstrich gelegt und anschließend nochmals überstrichen.

Um einen gerade Verlauf der Fliesen sicherzustellen, sollte man mithilfe einer Wasserwaage für die erste Reihe einen waagerechten und einen senkrechten Strich anzeichnen, um dann in umgekehrter T-Form die erste Fliesenreihe legen zu können.

Fliesen

Wenn die Wände zum Verfliesen vorbereitet sind, kann der Fliesenkleber nach Angaben des Herstellers angerührt werden. Mit einer Zahnkelle wird er dann abschnittweise aufgetragen und durchgekämmt. Die Zähnung hängt von der Fliesenrückseite (ein starkes Profil benötigt große Zähnung) und der Fliesengröße ab. Dort, wo später zugeschnittene Fliesen verlegt werden, kann der Kleber mit einer Spachtel abgekratzt werden.

Danach legt man die Fliesen entlang des angezeichneten Verlaufs ins Klebebett. Für den richtigen Abstand zwischen den Fliesen werden die sogenannten Fliesenkreuze verwendet. Da man sie durchdrückt, können sie später einfach überspachtelt werden.

Für das Zuschneiden benötigen Sie ein Fliesenschneidgerät, mit dem die Fliese auf der Oberseite angeritzt und dann über die Kante gebrochen werden kann. Für runde Ausschnitte kann entweder eine Fliesen-Kneifzange, mit der die Öffnung nach und nach heraus gekniffen wird oder eine Bohrmaschine mit Lochfräsenaufsatz verwendet werden.

Verfugen

Zu guter Letzt müssen die Wandfliesen ordentlich verfugt werden. Zunächst muss man die Fugen jedoch mit einem Holzkeil von eventuell herausgekommenem Kleber sauber kratzen. Den Fugenmörtel gibt es genauso wie den Fugenkleber als Fertigmischung, die mit Wasser angerührt wird. Wer Flexkleber verwendet hat, sollte entsprechend auch flexiblen Fugenmörtel nutzen. Der angemischte Mörtel wird dann mit einem Schwammbrett oder Gummischieber diagonal in die Fugen eingearbeitet. Sobald er beginnt anzutrocknen, müssen die Fliesenflächen gereinigt werden. Doch Achtung: Warten Sie nicht genug, könnte beim Reinigen der Mörtel mit herausgewischt werden. Warten Sie jedoch zu lange, ist der Schleier nur noch mit einem Spezialreiniger entfernbar. Gehen Sie deshalb abschnittsweise vor und beginnen am besten mit der Reinigung dort, wo Sie mit dem Verfugen angefangen haben.

Dehnungsfugen

Um die Fliesenfläche vor eindringendem Wasser zu schützen, müssen alle Anschlussfugen zwischen den einzelnen Bauteilen (zwischen Wand und Boden, Wand und Decke, Wand und Wand) mit einem flexiblen Material wie Silikon ausgespritzt werden.

Die auszuspritzende Fuge wird zunächst beidseitig mit Kreppband abgeklebt. Die Kartusche mit dem gewählten Material wird in die Pistole gespannt, die Spitze schräg aufgeschnitten und die Masse mit gleichmäßigem Druck aus der Kartusche gedrückt. Fahren sie dabei langsam die Fuge entlang. Mit einem Fugengummi wird dann überschüssiges Material entfernt und eine formschöne Fuge gezaubert. Nach dem Glätten wird sofort das Kreppband entfernt, um die trockene Fuge nicht wieder aufzureißen. Die kleinen Kanten, die das Klebeband hinterlässt, können nochmals mit dem Fugengummi ausgebessert werden.

Bei der Wahl des Materials ist Silikon immer noch am häufigsten verwendet. Acryle sind zwar deutlich günstiger, werden im Bad aber eher selten verwendet, da sie weniger flexibel sind.

Man unterscheidet zwischen sauer und neutral vernetzendem Silikon. Erstes fällt durch seinen starken Essiggeruch auf. Essig reagiert chemisch als Säure und greift korrosionsempfindliche und alkalische Untergründe an. Zu den alkalischen Untergründen zählen Betone, zementgebundene Putze, Gipskartonplatten oder auch Kalksandstein. Unedle Metalle wie Kupfer, Blei oder Zink sind genauso ungeeignet, da auch sie vom Essig zerstört werden. Diese Einschränkungen treffen auf die neutral vernetzenden Silikone nicht zu, weshalb ihr Einsatzsektrum wesentlich breiter ist. Auch ist ihr Haftverhalten auf vielen Sanitärkunststoffen wesentlich besser, sodass sie zur ersten Wahl zur Verfugung von Fliesen im Badezimmer sind.

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